Textilien an Bord — Brandschutz, Maß und das Leben auf See

· Anna Bernd

Maßgefertigte Deckpolster auf dem Sonnendeck einer Yacht

Brandschutz

Was der IMO FTP Code regelt


Der IMO FTP Code ist der Brandschutz-Kodex der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation und legt fest, wie Materialien an Bord von Seeschiffen auf ihr Brandverhalten geprüft werden. Für Textilien geht es dabei vor allem um die Entflammbarkeit: Wie schnell ein Gewebe Feuer fängt, wie es brennt und was es dabei abgibt.

Ob und in welchem Umfang der Code für eine Yacht gilt, hängt von Flagge, Tonnage und Nutzung ab — bei Charteryachten sind die Anforderungen in der Regel strenger als bei rein privat genutzten Schiffen. Wer unsicher ist, klärt die Anforderung mit der Werft, dem Management oder der Flaggenverwaltung. La Couverta arbeitet auf Anforderung mit Stoffen und Füllungen, die ein Zertifikat nach IMO FTP Code tragen, und legt die Zertifikate dem Textil-Pass des Schiffs bei. Was wir an Bord fertigen, steht auf der Seite Yacht-Textilien nach Maß.

Materialwahl

Stoffe, die See vertragen


Das Klima an Bord ist für Textilien das Härteste, was es gibt: Salz in der Luft, Luftfeuchtigkeit, die in jedes Gewebe kriecht, und eine UV-Belastung, die auf dem Wasser kaum abgeschirmt ist. Die Lichtechtheit ist darum kein Nebenkriterium, sondern eine Überlebensfrage — wir wählen für Deck und Salon Stoffe mit geprüft hohen Werten.

Für Deckpolster kommen Geweben mit offener Konstruktion und schnelltrocknenden Füllungen der Vorzug; sie lassen Wasser durchziehen, statt es zu halten. Im Salon bewähren sich wollhaltige Gewebe, die von Natur schwer entflammbar sind, sowie Molton als Dämpfung unter Sitzauflagen. Alle Bezüge fertigen wir abnehmbar, damit sie an Land gereinigt und im Winter eingelagert werden können.

Kojen-Maße

Kein rechter Winkel an Bord


Eine Koje folgt der Linie des Rumpfs: spitz zulaufend im Bug, schräg zur Wand, oft mit ausgesparten Ecken für Leitungen oder Verschalungen. Handelsübliche Bettwäsche passt dort nicht — sie spannt, schlackert oder ist schlicht zu groß. Darum wird an Bord alles vermessen: Matratze, Liegefläche, Höhe der Rumpfwand, Verlauf der Schoten.

La Couverta nimmt das Aufmaß an Bord vor, fertigt Laken mit elastischen Ecklösungen oder Reißverschlüssen, die an der Wandseite liegen, und schneidet Decken und Kojenbezüge exakt auf die Schräge. Die Schnitte bleiben im Schnitt-Archiv des Ateliers; Ersatzwäsche für die nächste Saison lässt sich ohne neuen Besuch an Bord nacharbeiten.

Pflege auf See

Salz, Sonne und ein kleiner Haushalt


An Bord fehlt meist, was an Land selbstverständlich ist: eine große Waschmaschine, Trockenraum, Platz zum Lüften. Die Pflege beginnt deshalb bei der Auswahl — Stoffe, die oft gewaschen werden müssen, haben auf einer Yacht nichts verloren. Sitzauflagen mit abnehmbaren Bezügen, Deckpolster mit trocknender Füllung und Wolldecken, die lüften statt waschen, halten den Aufwand klein.

Nach dem Saisonende gilt: Alles, was salzfeucht eingelagert wird, schimmelt. Bezüge werden vor der Einlagerung gewaschen und vollständig getrocknet, Polster gelagert an einem trockenen Ort an Land. Der Textil-Pass zu jedem Stück hält fest, welcher Stoff wie behandelt werden will — für die Crew eine Arbeitsanleitung, für das Management eine Dokumentation.

Zusammenarbeit

Wer was macht


La Couverta ist eine Maßschneiderei: Wir entwerfen, schneiden und nähen alle Textilien an Bord, von der Kojenwäsche über die Salonkissen bis zur Tischwäsche für die Messe. Montagearbeiten und echte Polsterarbeiten, etwa das Neuaufbauen von Sitzkästen, führen wir gemeinsam mit unseren Partnerbetrieben aus — an der Werft oder am Liegeplatz.

Der Ablauf folgt derselben Ordnung wie an Land: Erstgespräch, Stoffmuster im Couvert, Aufmaß an Bord, Fertigung in Hamburg, Einkleidung am Schiff. Die Lieferzeit beträgt in der Regel sechs bis zehn Wochen und richtet sich gern nach Ihrem Werftaufenthalt oder Reiseplan.

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